Online-Vortrag: Gemeinschaft neu denken – jenseits von Diagnosen
30. September 2026 | Online bei Mad in Deutschland
Ingrid E. Johnson berichtet von ihren Erfahrungen mit psychiatrischem Zwang in New York City und wie diese ihr Verständnis von Hilfe, Menschenrechten und Selbstbestimmung nachhaltig verändert haben. Nach vielen Jahren begann sie, ihre Erfahrungen jenseits psychiatrischer Diagnosen neu zu verstehen und ihre eigene Geschichte zurückzugewinnen.
Daraus entstand für sie eine Frage: Wenn wir Erfahrungen anders verstehen und Unterstützung anders gestalten können – wie könnten dann Gemeinschaften aussehen, die gar nicht erst um Diagnosen organisiert sind?
Aus dieser Frage entstand RECASAS – eine gemeinnützige Initiative, die Räume für Menschen mit belastenden Lebens- oder Gewalterfahrungen schafft. Die Gemeinschaft steht allen Menschen offen, denn belastende Lebenserfahrungen gehören zum Menschsein. Dort begegnen sich Menschen über gemeinsame Interessen, Vorhaben und kulturelle Projekte. Derzeit geschieht dies vor allem in Lese- und Schreibgruppen. Langfristig verfolgt RECASAS die Vision einer eigenen Kulturstätte: eines Ortes, an dem Menschen gemeinsam Theaterstücke, Filme, Musik- und Kunstprojekte entwickeln oder zusammen kochen und sich je nach Interesse an unterschiedlichen kulturellen Projekten beteiligen können.
Der Vortrag verbindet persönliche Erfahrungen mit Perspektiven der Mad Studies und der Soziologie. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Räume entstehen können, in denen Menschen nicht in erster Linie als Patient:innen oder Diagnoseträger:innen zusammenkommen, sondern sich durch gemeinsames Lernen und kulturelles Schaffen verbinden.
Termin und Anmeldung
Mittwoch, 30. September 2026, 19:00–20:00 Uhr
Online im Rahmen der Veranstaltungsreihe MiDEinander von Mad in Deutschland
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Anmeldung ist ab Anfang September über die Website von Mad in Deutschland möglich. Die Zugangsinformationen werden nach der Anmeldung mitgeteilt.
